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18.03.2026

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Mentoren, Mathematik und Medaillen

Wer bei der Mathematik-Olympiade mitmacht, soll nicht auf sich alleine gestellt sein - deshalb organisiert die Schweizer Mathematik-Olympiade ein Mentoring. Freiwillige fördern talentierte Teilnehmende individuell und halten ihre Motivation hoch. Ein Artikel von Tanish Patil.

Mathys Douma engagiert sich freiwillig als Mentor für junge Talente.

Benoît Schmit, 16

Benoîts Mentor Mathys Douma sei nicht nur akademisch eine grosse Unterstützung, sondern zeitweise auch emotional: Er sorge dafür, dass Benoît geerdet bleibt. Benoît arbeitet sehr gerne mit Mathys zusammen und sagt, dass das Wertvollste, was sein Mentor ihm bietet, seine Expertise ist. Natürlich gibt es online mehr als genug Übungsmaterial, um einen ein Leben lang zu beschäftigen. Zu wissen, welche Übungen für Benoît am lehrreichsten sein werden, sei jedoch etwas, das nur ein echter „Veteran“ der Mathematik-Olympiade wie Mathys bieten kann. Benoît führte im diesjährigen Finallager viele fruchtbare Gespräche mit Mathys über die Mathematik, seine Ziele und vieles mehr. Er möchte Mathys’ Erkenntnisse und Ratschläge im Kopf behalten, während er sich darauf vorbereitet, bei der Teamauswahlprüfung im Mai sein Bestes zu geben. Dann entscheidet sich, welche der Medaillengewinner*innen für internationale Delegationen ausgewählt werden. 

Benoît nimmt zum zweiten Mal am Finale teil, nachdem er im vergangenen Jahr an der Mitteleuropäischen Mathematik-Olympiade (MEMO) teilgenommen hat. In diesem Jahr strebt er an, diesen Erfolg zu wiederholen oder sogar die Internationale Mathematik-Olympiade (IMO) zu erreichen. Danach hat das junge Talent aus Freiburg noch zwei Jahre Zeit, um erneut teilzunehmen, bevor er die Schule abschliesst.

Bei der Mathematik-Olympiade wird talentierten und motivierten Teilnehmenden in der Regel einen Mentor oder eine Mentorin zugeteilt – erfahrene ehemalige Teilnehmende, die ihnen helfen, sich auf ihre Prüfungen vorzubereiten. Das Mentoring findet je nach den Vorlieben und Bedürfnissen in Kleingruppen oder 1:1 statt. Das Ziel ist es, sicherzustellen, dass alle Teilnehmenden jemanden kennen, der diese Erfahrungen bereits gemacht hat. Der Mentor oder die Mentorin kann ihnen gleichzeitig persönliches Feedback geben und helfen, mit ihren Stärken und Schwächen gut umzugehen.

Hongjia Meng, 16

Hongjia wird seit rund zwei Jahren von Mathys Douma betreut, der 2023 gemeinsam mit ihr an der IMO teilnahm. Mathys gewann die erste Goldmedaille für die Schweiz seit 17 Jahren und löste damit eine Erfolgssträhne von drei aufeinanderfolgenden Jahren mit Goldmedaillen für die Schweiz aus. Eine Erfolgssträhne, die Hongjia in diesem Jahr fortsetzen möchte – dem letzten Jahr, in dem sie teilnehmen kann. Hongjia ist eine erfahrene Mathematik-Olympionikin, die bereits 2023 an der IMO teilgenommen hat und 2025 die erste EGMO-Goldmedaille der Schweiz sowie eine IMO-Silbermedaille mit nach Hause brachte.

Mathys ist auch Hongjias Mentor bei der Philosophie-Olympiade, was ihr, wie sie erwähnt, die Freiheit gibt, mit ihm ganz offen zu sprechen, da alles in ihrem Leben entweder mit Mathematik, mit Philosophie oder mit beidem zu tun hat. „Manchmal quassle ich einfach ewig auf ihn ein!“, gibt sie lachend zu. Sie betrachtet ihren Mentor sowohl als mathematischen Wegweiser als auch als hervorragenden Unterstützer, besonders wenn sie anfängt, zu zweifeln. Sie hat eine Reihe interessanter und spezieller Techniken in der Mathematik gelernt und freut sich auf die Zusammenarbeit während ihrer letzten drei Monate als Schülerin, in denen sie eine weitere European Girls' Mathematical Olympiad und womöglich eine weitere IMO bestreiten will.

Die Schweizer Mathe-Olympiade bringt junge Talente zusammen. Mit Ihrer Hilfe können wir bei der 1. Europäischen Mathe-Olympiade 2026 mitmachen. Unser Ziel: Freundschaften schliessen und Gold gewinnen! Unterstützen Sie jetzt das Crowdfunding.

Austin Zhang, 18

Austin ist ein Wirbelwind – ein energiegeladener und gesprächiger junger Mann mit einer ansteckenden Begeisterung für alles, was er tut, was gut zu seinem Mentor Mark passt. Austin ist sehr direkt in seiner Selbsteinschätzung: „Mark ist grossartig darin, mich aufzumuntern, wenn ich ‚sehr schlecht‘ abschneide, und dafür zu sorgen, dass ich das ‚sehr schlecht‘ in ein ‚weniger schlecht‘ verwandeln kann.“

Austin fügt hinzu, dass die Aufgaben, die Mark ihm stellt, ihm zwar nicht unbedingt einen entscheidenden Vorteil bei Prüfungen verschaffen, er es aber sehr schätzt, jemanden zu haben, der ihm hilft, am Ball zu bleiben. Als jemand mit vielen Leidenschaften und Hobbys kann es schwierig sein, regelmässig Zeit für die Vorbereitung auf die Olympiade zu finden, und die Struktur, die Mark bietet, sorgt dafür, dass Austin fokussiert bleibt und seine Ziele im Blick behält. Austin nimmt in diesem Jahr zum dritten Mal am Finale teil, wird aber im nächsten Jahr noch eine weitere Chance haben, seine bisherigen Erfolge zu übertreffen: eine Bronzemedaille bei der Schweizer Olympiade 2025 sowie seine Teilnahme an der MEMO 2025. In diesem Jahr hofft er, sich entweder für die IMO oder die MEMO 2026 zu qualifizieren.

Jahresthema “Look up!”: Zu wem schauen wir auf? Was sehen wir, wenn wir nach oben schauen – vielleicht mithilfe eines Teleskops bei der neuen Astronomie-Olympiade? So wie ein Schiff anhand der Sterne seinen Weg findet, geben uns auch Vorbilder Orientierung. 2026 treffen wir inspirierende Menschen und mit jene, die von ihnen inspiriert wurden. Wir stellen Förderangebote vor, an denen man sich ein Beispiel nehmen kann. Und wir richten den Blick zum Himmel. Abonniere jetzt den Newsletter oder folge uns auf Instagram, um nichts zu verpassen! 

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